453 - Chor der Gefangenen aus der Oper «Nabucco», Giuseppe Verdi
Originaltext Übersetzung (wörtlich) Lied-Version von T. Solera
Va’, pensiero, sull’ali dorate. Flieg, Gedanke, auf den goldenen Flügeln. Flieg, Gedanke, getragen von Sehnsucht,
Va’, ti posa sui clivi, sui colli, Geh, lass dich nieder auf Hügeln und Bergen lass dich nieder in jenen Gefilden,
Ove olezzano tepide e molli Wo mild und weich duften wo in Freiheit wir glücklich einst lebten,
L’aure dolci del suolo natal! Die süssen Seelen des Heimatbodens. wo die Heimat uns’rer Seele – ist.
Del Giordano le rive saluta, Vom Jordan grüsst die heilige Flut, Grüss die heilige Flut uns’res Niles,
Di Sionne le torri atterrate. von Zion die zu Boden gestürzten Türme grüsse Memphis und seinen Sonnentempel!
O mia Patria, si bella e perduta! O meine Heimat, so schön und verlassen! Teure Heimat, wann seh ich dich wieder,
O membranza si cara e fatal! O meine Sehnsucht so nah und fatal! dich, nach der mich die Sehnsucht verzehrt?
Arpa d’or dei fatidici vati, Goldige Harfe von prophetischen Weisssagern Was die Seher uns einst weissagten,
perché muta dal salice pendi? warum still aus den Weide hängst? wer zerschlug uns die tröstliche Kunde?
Le memorie del petto riaccendi, Die Erinnerungen vom Brust wiederbelebst Zu erdulden, was uns hier bedroht.
Ci favella del tempo che fu! Es erzählt von der Vergangenheit Was an Qualen und Leid unser harret,
O simile di Solima ai fati, Ähnlich wie das Schicksal von «Solima» uns’rer Heimat bewahr’n wir die Treue!
traggi un suono di crudo lamento; gibt ein nachte quälender Klage Unser letztes Gebet gilt dir, teure Heimat, leb wohl
o t’ispiri il Signore un concento der Herr inspiriert einen Gedanken Teure Heimat, leb wohl.
che ne infonda al patire virtù dass, mit dem Schmerzen gibt Kraft (Tugend) lebe wohl, teure Heimat, leb wohl
Che ne infonda al patire virtù ... lebe wohl, lebe wohl, lebe wohl!
Al patire virtù! ... ...